Slow Travel

Kaloha Camper – Auszeit am Meer

Nun war es endlich soweit – wir, Kenny & Marlena, konnten uns ein Jahr zum Reisen freischaufeln. Man könnte nun denken – wow, in einem Jahr kann man ja die halbe Welt bereisen.
Natürlich ist das möglich, aber für uns stand das Reisen mit unserem Camper – also unserem eigenen zu Hause – im Vordergrund. Durch diese Art des Reisens werden Distanzen zwischen Ländern wieder bewusster, Übergänge zwischen Landschaften und Kulturen werden greifbarer.
Außerdem wollen wir langsam reisen, um Orte, Menschen und Kulturen intensiver und tiefgreifender wahrzunehmen und kennenzulernen.

Am Atlantik Richtung Süden

In den warmen Sommermonaten brachen wir dann auf Richtung Nordspanien. Es fühlte sich anfangs nicht ansatzweise wie eine längere Reise an, denn wir waren wie die Jahre zuvor mit vielen Freunden und Bekannten unterwegs, was uns zunächst einfach nur das Gefühl gab, unseren Sommerurlaub dort zu verbringen.

Langsam aber sicher ging dann auch die Ferienzeit zu Ende und von Woche zu Woche merkten wir, dass nicht nur unsere Freunde wieder zurück an die Arbeit mussten, sondern auch jegliche anderen Urlaubsreisende. In dieser Zeit wurde uns klar, dass wir doch nicht nur im Sommerurlaub waren.

Andalusien

Eigentlich war Andalusien nur als ein kleiner Zwischenstopp ohne sehr großes Interesse für uns eingeplant, um von dort aus die Fähre nach Marokko und später dann auf die Kanaren zu nehmen. Letztendlich hat uns aber auch dieser Teil Spaniens positiv überrascht.

Die grünen, hügeligen Landschaften mit weißen Sandstränden und wunderschönen kleinen weißen Dörfern haben uns dann letztlich doch so sehr überzeugt, dass wir noch einen etwas längeren Stopp in dieser Region eingelegt haben.

Marokko

Erst nach einigen Wochen in Marokko wurde uns dann bewusst, wie wenig wir eigentlich über die Vielfältigkeit dieses Landes wussten, obwohl wir schon einige Male zuvor für Kurzreisen dort waren.

Wir haben dieses Land neu kennenlernen dürfen – von der unglaublichen Freundlichkeit und Offenheit der Marokkaner, über die Essenskultur und den wunderbar facettenreichen Landschaften bis hin zur Geschichte Marokkos haben wir viel Neues gelernt.

Mit Blick Richtung Kanaren

Als Nächstes standen die Kanaren auf unserer Reisewunschliste und auch dort wollten wir unserem Reisemodus „Slow Travel“ treu bleiben. Aber, dass es dann letztlich so „slow“ wird, haben wir uns auch nicht erträumt. Corona hat uns urplötzlich ziemlich ausgebremst. Wir hatten viele Pläne und waren voller Tatendrang. Aber so ist das nun mal manchmal: Pläne ändern sich. Wir sitzen nun in der Ausgangssperre fest, aber, nichtsdestotrotz nutzen wir die neue Zeit, um andere Dinge zu machen – Dinge für die wir sonst keine Zeit oder nicht die Muße hatte. Wir widmen uns kreativen Arbeiten, lesen, spielen, machen viel Yoga, kümmern uns mehr denn je um unseren Hund Sam.

Wir horchen nun viel mehr in uns hinein, was wir wirklich in den jeweiligen Momenten brauchen. Irgendwie ist es auch eine Chance.
Zudem merkt man auch umso mehr, in was für einem Luxus wir überhaupt gelebt haben: Wir konnten frei entscheiden, wann wir wie lange und wohin das Haus verlassen. Keiner schrieb uns vor, dass wir nur den Weg zum Supermarkt, zur Apotheke oder zum Arzt gehen und dass wir nur noch alleine das Haus verlassen dürfen. Aber es wird auch bald alles wieder beim Alten sein und dann weiß man seine Freiheit sicher um einiges mehr zu schätzen. Auch wir sehen die jetzige stark ausgeprägte Form des „Slow Travels“ als Chance für uns und den Umgang mit unseren Mitmenschen an.